SY Müggele
Typ:Koopmans 29, Stahl
Baujahr:1992
Länge:9,00 m
Breite:2,65 m
Tiefgang:1,45 m
Verdrängung:4,5 t
 

Die häufigsten Fragen zu unseren Ostsee-Videos

Seit wir unsere Videos auf YouTube veröffentlichen, erhalten wir häufig Fragen zu den meist gleichen Themen. Hier findet sich eine Auswahl der beliebtesten Fragestellungen.

Sollten wir jemanden bei einer Frage auf diese FAQ-Auswahl verweisen und die hier vorgefundene Antwort geht nicht weit genug ins Detail, darf gerne tiefer bei uns nachgehakt werden.

Die nachfolgenden Bechreibungen basieren auf den Erfahrungen, die wir bei unserer Ostsee-Runde 2018 (und weiteren Segelreisen) gemacht haben. Der Großteil der Antworten bezieht sich direkt auf unsere Ostsee-Runde.

Alle Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben. Es besteht aber kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Wir sind nicht mit der Vorschot zwischen den Zähnen auf die Welt gekommen und betrachten uns nicht als alte (See-)Hasen.
"Ambitionierte (oder übermütige?) Anfänger" trifft es wohl besser.

Wir haben vor unserer Reise (und bis zum heutigen Tage) unglaublich viel von der Erfahrung anderer Segler profitiert und möchten auf diesem Weg unseren Beitrag an die Seglergemeinschaft zurückgeben.

Selbstverständlich sind diese Informationen kostenlos.
Wer uns als kleines Dankeschön eine Freude machen möchte, darf uns gerne eine "Postkarte" (analog oder digital) von seiner eigenen Reise zusenden.

Wir schätzen auch Feedback zu unseren Tipps.
Verbesserungsvorschläge oder eigene Erfahrungen sind ebenso herzlich willkommen.

Die Plage mit den Mücken

Ja, es gab an manchen (wenigen) Orte vielen Mücken, aber das war großteils in Wäldern. Abends saßen wir meist eh unter Deck (kühler Wind). Mit einem dünnen Stofftuch und einigen Wäscheklammern verschlossen wir den Niedergang gegen Insekten (und das Sonnenlicht in den frühen Morgenstunden). Während des Segelns störten sie uns nicht ein einziges mal.

Die Viecher können nerven, aber die Belästigung ist nicht so groß, dass man deshalb das Revier Ostsee meiden müsste.

Kochen und Gasversorgung auf Müggele

Müggele hat einen 2-Platten-Herd und Backofen mit Gas als Energieträger.
Den Backofen nutzen wir nicht mehr, da wir eine Omia-Backform haben, die deutlich weniger Gas verbraucht als der Backofen und zudem bessere Backresultate hervorbringt.

https://www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de/zubehoer/der-omnia-backofen/

Im Hafen nutzen wir einen 1-Platten Induktionsherd sowie einen Wasserkocher.

Teewasser, Spülwasser, Wasser für eine Bettflasche oder ein einfaches Dosengericht machen wir auch mal auf unserem Feststoffofen, wenn er eh schon läuft. Das spart Gas.
Denn...

Die Schweden und Finnen nutzen andere Flaschen und auch andere Anschlüsse als die in Deutschland üblichen.
Theoretisch gibt es wohl ein paar Händler, die auch deutsche Flaschen füllen, aber ob da gerade einer vor Ort ist, wenn die Flasche leer ist?
Campingaz haben wir in Skandinavien auch kaum gesehen. Nördlich von Stockholm gar nicht mehr.

Wir haben uns deshalb einen Adapter für die handelsüblichen Campingkocher-Gaskartuschen zugelegt (nicht die blauen Campingaz) und konnten diese dann an die Bordgasleitung anschließen.
Diese Kartuschen sind in Skandinavien (und auch sonst auf der Welt) weit verbreitet und haben einen EN417-Schraubanschluss.

Kaufen kann man sie an vielen Tankstellen, größeren Supermärkten, Campingläden oder Baumärkten.
Eine Kartusche mit ca. 500 Gramm kostete zwischen 8 und 12 Euro und reichte uns etwa eine Woche.

Das ist natürlich teuer im Vergleich zu einer 5kg-Füllung, aber dafür mussten wir unsere Gasflasche nicht mit Bus/Taxi/Fahrrad durch die Gegend schleppen und hoffen, dass jemand sie auffüllen kann.

Die kleinen Kartuschen waren relativ einfach zu beschaffen, gut zu transportieren und problemlos zu lagern.

Wir würden also so einen Adapter und 1-2 Kartuschen als Reserve mitnehmen.
Sollte im Bedarfsfall doch ein Händler zur Stelle sein, der die eigene Flasche auffüllen kann, umso besser.

Bitte beachten: Diesen "Gasregler für Schraubkartuschen" gibt es in 30 und 50 mbar, je nachdem, was der Backofen etc. braucht.
http://www.fluessiggas-center.de/gasreglertechnik/campingregler/99/gasregler-fuer-schraubkartuschen

Ob das hier noch aktuell ist, können wir nicht sagen, aber vielleicht hilft es jemandem:
"Gasfüllstationen und Gasflaschen-Tauschstationen für deutsche (graue) Flaschen in Schweden"
https://tinyurl.com/y6htn5d4

Es werde Licht

Wir haben einen altersschwachen 60Ah Blei-Säure-Akku. Das ist wenig, aber es reichte uns.
Bei Sonnenschein hatten wir genügend Energie durch die Solarplatten. Eine Platte (80 Wp) ist horizontal auf dem Schiebeluk des Niedergangs installiert, die kleinere 50Wp Platte fahren wir “fliegend”, meist am Seezaun, wo die Sonne eben gerade hin scheint.

80 Wp, aber häufig im Schatten des Riggs, somit sehr ineffizient

Die horizontale Platte hat häufig mit Abschattung zu kämpfen und ist im Frühjahr und Herbst durch die tief stehende Sonne in Skandinavien fast nutzlos. Die frei anbringbare 50 Wp Platte war unser Hauptlieferant.

Nur 50 Wp, aber immer optimal ausrichtbar

Natürlich können wir während der Motorfahrt auch die Batterien laden.
Wind- , Benzin- oder gar Schleppgenerator haben wir keinen.

Kühlschrank nutzen wir nur im Hafen, und selbst da wurde er selten aktiviert. Die Bilge reichte durch die kühle Wassertemperatur die meiste Zeit aus für ein trinkbares Bier.
Somit war unser Stromverbrauch auf See insgesamt sehr gering.

In den meisten Häfen Schwedens und Finnlands haben wir den üblichen blauen Campingstecker verwenden können.
Manche Häfen hatten aber auch ganz normale Schuko-Dosen am Steg.

So ein Adapter ist also empfehlenswert:
https://www.campingshop-24.de/adapterkabel-cee-kupplung-schuko-stecker-1-5-m/?c=304

Bin ich schon drin?

Die WLAN-Versorgung war in den (meist kleinen) Häfen nicht vorhanden oder eher schlecht. Nur selten konnten wir vom Boot aus den Internetzugang nutzen und das dann eher langsam.

Das stellte aber kein Problem dar, da das Mobilfunknetz in Skandinavien sehr gut ausgebaut ist. In den meisten Häfen und Buchten hatten wir tadellosen Handyempfang.

Wir verwenden ein altes Handy, das permanent in einer Halterung unter der Sprayhood steht. Damit navigieren wir, es übernimmt die Ankerwache (App: Sailsafe Pro) und es verteilt die mobilen Daten per WLAN (Tethering) an andere Geräte wie Notebooks und Smartphones. Somit haben wir auch innerhalb unseres eigentlich gut abgeschirmten Stahlrumpfes guten Empfang.

Eine SIM-Karte von LIDL (aus Deutschland) leistete uns gute Dienste. Die optionalen und vor allem flexiblen Datenpakete (1GB = 7 €, Stand 03/2019) waren ideal für uns. Über das Winterhalbjahr laden wir einfach kein Guthaben auf, und es entstehen dann keinerlei Kosten.
Man kann sicherlich über viele EU-Gesetze lang und breit diskutieren, aber das vorgeschriebene EU-Roaming ist wirklich eine feine Sache für unsere Bedürfnisse. Datenpreise wie in Deutschland!

Unsere anderen SIM-Karten für die normalen Smartphones sind vom Anbieter Blau. Manchmal hatte LIDL keinen Empfang, manchmal haperte es bei Blau. Aber einer von beiden war fast immer nutzbar.

Wenn wir im Hafen WLAN haben, verwenden wir oft eine kleine USB-Antenne mit 5 m Verlängerungskabel am Notebook. Die Antenne kommt ebenfalls unter die Sprayhood (oder wird per Fall den Mast hoch gezogen, vor Regen durch ein Plastiktütchen geschützt) und versorgt das angestöpselte Notebook mit Internet. Auf dem Notebook läuft die Software Connectify, die per WLAN wiederum anderen Geräten den Internetzugriff ermöglicht.

Wenn wir die mobilen Daten, die wir über das Sprayhood-Handy empfangen, per Tethering an andere Geräte verteilen, hat die Sache aber einen Haken: Die Geräte denken, sie sind nicht per mobile Daten unterwegs, sondern gehen von einer unbegrenzten WLAN-Verbindung aus. Man sollte also darauf achten, dass z. B. im Google Appstore die automatischen Updates deaktiviert sind.

Die Notebooks könnten natürlich auch auf die Idee kommen, riesige Updates etc. zu laden. Eine Möglichkeit besteht darin, die WLAN-Verbindung als getaktete Verbindung festzulegen. Das half etwas, hindert aber nicht jedes Programm an einer hemmungslosen Download-Orgie. Wir haben daher das Programm „Windows 10 Firewall Control“ installiert. Die Freeware fragt bei jedem Programm nach, das den Internetzugang nutzen möchte, bevor es den Durchlass gewährt. So kann man z. B. nur einem Messenger oder einen Browser den Zugriff erlauben, und alle anderen Programme vom Netz abschneiden.

Kartenmaterial

Wir haben einen großen Stapel Papierkarten von Freunden geschenkt bekommen (Danke!) und hatten diese als Reserve dabei. Wir haben sie das ganze Jahr über nicht einmal eingesetzt. Wir planten und navigierten mit Navionics auf den Smartphones und dem Tablet. Das ging wunderbar und die Karten waren sehr genau.
Die Menge an Papier die man mitführen müsste, um den gleichen Informationsgehalt wie Navionics vorzuweisen, wäre gigantisch.

Zudem waren die Community-Edits in Navionics an zwei Stellen sehr hilfreich. Es gibt z.B. unzählige Stellen an Felsen, die zum Festmachen in Navionics von Nutzern eingetragen wurden, teils mit Informationen der Festmach-Möglichkeiten.

Hafen - und Revierführer

Wir hatten die nachstehende Literatur und waren damit zufrieden. Ankerbuchten suchen wir aber meist mit Navionics aus.

Schweden II
Hier werden auch einige Naturhäfen und Stellen für Heckanker mit Landleine beschrieben.
https://www.delius-klasing.de/schweden-2-10435

Finnland
Wenig Infos, aber hilfreich bei der Suche nach schönen kleinen Häfen.
https://www.oceanspirit.fi/epages/oceanspirit.sf/en_GB/?ObjectPath=/Shops/Ocean/Products/2018_SATAMAT

Ålands
https://www.seekartenverkauf.de/land-anders-hellberg.html

Bottnischer Meerbusen (PDF kostenlos):
https://www.visitbothnianbay.com

Bottnischer Meerbusen 2
Das hier hatten wir nicht, aber Teil V (Pohjanlahti) haben wir einmal gesehen und es wirkte vielversprechend.
https://satamakirja.fi/kauppa

Das liebe Geld

Bei der Budget-Frage kommt uns der Zufall zugute, dass Mareike letzte Saison die Kosten ziemlich penibel festgehalten hat.
Da wir auch noch nie so lange unterwegs waren, hat uns interessiert, wie teuer das denn eigentlich ist.
Wir müssen aber dazu sagen, dass wir beide eine durchaus schwäbische Grundhaltung haben. Abends in Restaurants zu gehen oder an der Bar teuer zu trinken, ist nicht unsere Welt, wenn wir im Urlaub sind. Es kann mal vorkommen, aber es ist wirklich die Ausnahme.
Wir sagen immer: Zeit ist unser Luxus. :-)

Wegen dieser Grundhaltung haben wir kein vorher abgestecktes Budget. Unterwegs benötigen wir wenig Geld. Weniger als zu Hause. Wir witzeln immer, dass wir in den Urlaub fahren sollten, um wieder zu sparen. :-)

Unsere Kosten 2018:

An-/Abreise zum Müggele (Rostock, Bullandö, Oulu, Turku, Nävekvarn): insgesamt 1712 € für 2 Personen. Das beinhaltet Flüge, Busse, Züge, Mietwagen, S-Bahn - eigentlich alles.

Lebensmittel und Diesel: 2150 €.
Wir hatten in Deutschland noch die Bilge vollgemacht (was in diesem Wert aber auch enthalten ist) und selbst nach Oulu haben wir viele Kilo Lebensmittel als Fluggepäck mitgenommen - aufgrund des dort deutlich höheren Preises und auch wegen der einfacheren Verfügbarkeit bestimmter Dinge.

Diverse Kleinigkeiten wie der Ausflug zum Delos-Treffen, Spa-Besuche, Restaurants etc. schlugen mit 304 € zubuche.

Für die Internetverbindung (Datenpakete) haben wir ca. 150 € über die Saison ausgegeben. Dieser Betrag war bei uns beruflich bedingt etwas höher. Manche Dinge müssen wir einfach zeitnah erledigen und erfordern eine Internetverbindung.

Hafengebühren während Heimataufenthalte:

  • Bullandö 238 € für 4 Wochen (Vorsaison)
  • Oulu 160 € (2,5 Wochen)
  • Uittamo/Turku 150 € (Preis galt bis 4 Wochen, 3 haben wir genutzt)
Summe: 548 €
Für die Langzeitaufenthalte haben wir jeweils spezielle Preise erhalten. Einzelne Tagespreise wären nicht überall so günstig gewesen.

Hafengebühr (neben den langfristigen Aufenthalten): 611 €
In vielen Häfen war Vor- oder Nachsaison, somit mussten wir nichts bezahlen. In Gävle z.B. war der Automat kaputt und der Hafenmeister wollte deshalb nichts kassieren. Auf Enklinge brachte uns der Hafenmeister Holz für die Sauna und als wir bezahlen wollten, meinte er nur: "Not at this time of the year".

Was wir nicht aufgeschrieben haben, sind die Kosten der Werft-Woche zu Beginn des Jahres. Was wir für eine Woche Mietwagen und Ferienwohnung sowie für Arbeitsmaterialien ausgegeben haben, wissen wir nicht genau. Das käme also noch dazu.

Das Winterlager kostet uns 1150 € (Außenlager mit stehendem Mast) und ist somit etwas teurer als die vorherigen Jahre in Deutschland.

Selbststeueranlage

Wir haben einen Pinnenpilot (Simrad TP32) und sind damit durchaus zufrieden. Angeblich sind die Geräte etwas anfällig gegen Wasser, also hat Mareike ihm ein “Verhüterli” genäht.

Da die Kursbestimmung magnetisch erfolgt und wir ein Stahlboot haben, erwarten wir keine kerzengerade Kurslinie, und die haben wir auch nicht. Es reicht aber locker, um bei langweiligen Motorfahrten ans Ziel zu kommen.

Bei Wind unter Segel nutzen wir ihn bis ca. 5 Bft, aber aufgrund des (eigentlich nicht allzu großen) Stromverbrauchs eher selten.

Sehen und gesehen werden

Radargerät haben wir keines (Kosten und Stromverbrauch).

AIS empfangen wir, senden aber nicht.
In der Ostsee haben wir den AIS-Empfänger aber so gut wie gar nicht benötigt. An den Hauptverkehrspunkten hatten wir einfach zufällig gute Zeitpunkte erwischt, und weiter nördlich ist auf dem Wasser kaum etwas los.

Nachts und bei Nebel waren wir 2018 sehr selten unterwegs. Gerade dann kann es aber eine sehr große Hilfe sein.
Bei unserer Schottland-Tour und auch ansonsten auf der Nordsee wollten wir es keinesfalls missen.

Wir würden unbedingt empfehlen, einen kleinen AIS-Empfänger (mit eingebautem GPS) mitzunehmen.
Braucht man ihn nicht, umso besser. In der entsprechenden Situation (speziell bei Nacht und Nebel) ist das verhältnismäßig kleine Gerät aber locker in Gold aufzuwiegen.

Wir haben sogar schon überlegt, für die nächste Nordsee-Reise ein Ersatzgerät mitzunehmen. Wer bei Nacht einmal den Ärmelkanal überquert hat, wird wissen, warum.

Den hier haben wir und sind zufrieden damit:
https://busse-yachtshop.de/s/2-Kanal-AIS-Empfaenger-GPS-Empfaenger-im-USB-Stick-Gehaeuse-PIA-2k-mit-AIS-Tischantenne

Anleitung:
https://busseyachtshop.wordpress.com/2014/09/01/ais-usb-stick-jetzt-auch-mit-gps-verfugbar/

Mein Kommentar dazu:

Meine Erfahrung bezieht sich auf die Version AIS+GPS+Tischantenne:

Der AIS-Empfang reicht mit der Tischantenne (auf dem Großbaum platziert) bei dem meisten AIS-Zielen ca. 2-4 Seemeilen weit.
Bei Nutzung der UKW-Antenne am Masttop ca. 13m über der Wasserlinie liegt die Empfangsreichweite bei 8-10 Seemeilen. Inwiefern meine Verkabelung (Antenne>Koaxkabel>Chinchstecker>Chinch2BNC-Adapter>BNC2MMCX-Adapter>Empfänger) noch Verbesserungsmöglichkeiten in sich birgt, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber ich vermute, dass ohne die Adapteranreihung noch etwas mehr Reichweite möglich wäre.

Der GPS-Empfang innerhalb des Stahlrumpfes funktioniert brauchbar, wenn der Empfänger direkt an einem Fenster befestigt ist (dies entspricht auch meiner Erfahrung mit anderen GPS-Empfängern).

Bei der Installation am PC kostete mich die folgende Erkenntnis viel Zeit: Mein Notebook hat drei USB-Anschlüsse. Der AIS-Empfänger funktioniert an allen Anschlüssen, der GPS-Empfang aber nur an einem bestimmten.
Woran das liegt weiß ich nicht, eventuell ist es ein Problem des Notebooks oder von Windows 8.1.

Der dünne MMCX-Anschluss ist für den Bordalltag vielleicht nicht unbedingt die stabilste Lösung, aber mit etwas Epoxy zur Stabilisierung (eventuell auf ein kleines Brettchen kleben) sollte es allemal reichen.

Zusammengefasst: Günstige und brauchbare Lösung, um mit diversen Programmen (z.B. mit der Freeware OpenCPN) die AIS-Ziele im Umkreis zu verfolgen.
Ich nutze das Gerät gerne und würde es wieder kaufen.

Wasserversorgung

Wir haben einen 60 Liter Tank, damit kamen wir früher ca. eine gute Woche aus.

Durch die neue Seewasserpumpe in der Pantry können wir z.B. Abwaschen und Hände waschen, ohne Frischwasser zu verschwenden. Somit hat sich unsere Reichweite deutlich erhöht.

Die 60 Liter reichten uns einmal 12 Tage. Länger haben wir es nie versucht. Die 15 Liter Reserve im Kanister mussten wir nicht einmal antasten bei unserer Ostsee-Runde.

Man braucht in den Häfen sogar meist noch nicht mal einen eigenen Schlauch, weil dieser am Steg vorhanden ist.

Die Situation in den Häfen

Da wir im Süden (Erbseninseln, Stockholm, Ålands) in der Vor- und Nachsaison unterwegs waren, zeigten sich die Häfen meist wie ausgestorben.
Nur an der finnischen Küste ca. Ende Juli/Anfang August hatten wir in kleinen Ausflugshäfen keinen Platz mehr gefunden.

Die Häfen für längere Aufenthalte buchen wir meist 1-4 Wochen vorher.

Vor Anker hatten wir bis kurz vor Ende der Saison nicht einmal die Bucht mit einem anderen Ankerlieger/Bojenlieger geteilt.
Auf unserem letzten Törn hatten wir dann doch noch zwei Nächte, in denen wir nicht alleine ankerten in der Bucht.

Wir schneiden die “Anderen” aus unseren Videos nicht raus. Es gab einfach keine “Anderen” :-)

Unser zweitliebstes Stück Eisen

Wir haben im Einsatz:

  • 11 kg Delta-Anker (entspricht zumindest etwa dieser Form; er war schon auf Müggele, als wir es gekauft haben)
  • 15 m Kette (wir hätten lieber 20 m), verzinkt, 8mm
  • 40 m Trosse angespleißt, 14 mm Squareline.
Wir bringen immer die komplette Kette aus und belegen dann die Trosse auf der Bugklampe.

Bei größerer Tiefe und mehr Wind bringen wir entsprechend mehr Leine aus.
Wir versuchen, nicht mehr als Kettenlänge + Wassertiefe auszubringen, so schabt die Leine nicht irgendwo am Grund.
Bei viel Wind können natürlich auch weit mehr Trosse als Wassertiefe notwendig sein.

Wir mögen die Kombination aus Kette und Trosse, weil wir somit etwas Elastizität in die Verbindung zum Anker bringen.
Ist die Kette bei sagen wir 8 Bft ziemlich gespannt, hämmert jede Welle fast wie durch eine Stange auf den Anker.
Mit einigen Metern Trosse fängt die Leine die Kraftspitzen mit ab. Wir bilden uns zumindest ein, dass die Kombination deshalb die beste Ankerverbindung darstellt, solange die Trosse nicht irgendwo reibt und schamfielt.

An der Stelle, an der die Trosse die Bugrolle verlässt, ist die Trosse bei uns deshalb in einen kurzes Stück eines alten Feuerwehrschlauchs (ebay) eingefädelt.
Unser Bugbeschlag ist nicht sonderlich glatt. Da könnte die Trosse bei längerem Ankern Schaden nehmen.

Feuer auf dem Müggele

Im Hafen nutzen wir einen billigen 1,5 KW Keramiklüfter.
http://m.stabilo-fachmarkt.de/item/32323036

Er könnte etwas leiser sein, aber wir kommen damit klar.

Eine Infrarotheizung wäre mein Traum (nutzen wir Zuhause in manchen Räumen), aber die Fläche für 1,5 KW wäre viel zu groß für Müggele.

Vor Anker haben wir einen Feststoffofen, mit dem wir am liebsten Kohlebriketts (die runde Eierkohle zum Grillen) verheizen.

Video vom Bau des Ofens:
https://www.youtube.com/watch?v=5biNkFXib90

Wenn keine Kohle mehr da ist, sammeln wir auch mal Holz im Wald, aber das raucht natürlich deutlich mehr, da es feucht ist.
Die Briketts sind auch komfortabler was das Nachlegen anbetrifft.

Wenn wir abends den Anker werfen, reichen je nach Temperaturwunsch zwischen 20 und 35 “Eier” aus für den ganzen Abend. Mittschiffs kommen wir damit auch bei einer Außentemperatur von 5 Grad auf ca. 20 Grad Innentemperatur.

Im Vergleich zu der Zeit ohne Ofen ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Wir schätzen speziell die trockene Luft, für die der Holzofen sorgt.
Nasse Kleidung trocknet im Innenraum rasch, wenn der Ofen läuft.

Wer seine Dieselstandheizung gewöhnt ist, wird mit unserer Lösung aber vermutlich nicht allzu glücklich.

Insgesamt finden wir die Kombination Heizlüfter + Feststoffofen für unsere Bedürfnisse aber völlig zufriedenstellend.

Heute nur für Mitglieder

Es gibt in Schweden viele blaue Bojen des Vereis “Svenska Kryssarklubben”.
Man kann sich unter https://www.sxk.se registrieren und erhält im Frühjar eine Flagge (A4-Blatt) zugesandt.
Dieses bringt man gut sichtbar an und dann darf man die Bojen nutzen (wir glauben, es gab eine Liegezeitbeschränkung von 24h, aber das wissen wir nicht mehr genau).

SXK empfiehlt als maximale Gesamtverdrängung 8 Tonne pro Boje.

Viele (praktisch alle) Bojen sind bei Navionics eingetragen.
Man muss aber nahe in die Karte zoomen, damit man diese sieht. Deshalb findet man sie eher schwer (geht das irgendwie einfacher in Navionics? Tipps bitte gerne an uns senden).

Eine Übersichtskarte gibt es hier:
https://www.sxk.se/sjokort

Vor Ort haben wir auch Bojen gesehen, die nicht auf der verlinkten Karte eingetragen waren. Alle Bojen aus der Karte, die wir angesteuert haben, waren auch tatsächlich vorhanden und in einem sehr guten Zustand.

Knoten bringt Ruhe

Zuerst fädelten wir einen Festmacher durch die Boje.
Also ein U von Klampe zu Klampe durch den Bojenring. Bei viel Wind schwojten wir hin und her und dadurch rieb diese Schlaufe dann am Ring. Das macht unangenehme Geräusche und schabt langsam aber sicher den Festmacher durch.

Deshalb haben wir den Festmacher zukünftig mit einem Webleinstek am Ring belegt.
Das macht etwas mehr Mühe, aber der Festmacher dankt es einem mit längerer Haltbarkeit und zudem war Ruhe im Schiff.

Bei null Wind stießen wir manchmal mit dem Bug/Anker gegen die Boje. Nur ganz sanft, aber akustisch SEHR nervig.
Die Leine zu verlängern hat nicht geholfen. Vielleicht sollte man den Festmacher nur ca. 1 m lang machen (von Bojenring zu Klampe) und die Leine in einen PVC-Schlauch fädeln. Dieser Schlauch könnte die Boje dann auf Distanz halten. Das haben wir aber nur überlegt und nicht ausprobiert.
Bei wirklich wenig Wind fanden wir Ankern daher angenehmer als die Bojen.

Würfeln können wir auch selbst

Wir nutzen die Windfinder-App (Pro-Version).
Die Werte zwischen der normalen Vorhersage und dem Super-Forecast weichen teils erheblich ab. Beide unterscheiden sich zudem häufig von der tatsächlichen Situation.

Das Wichtigste erfüllt die Prognose aber: Wir hatten 2018 auf der ganzen Strecke keine Sturmböe, die wir nicht vorher bei Windfinder absehen konnten.

Bitte recht freundlich

Bezüglich Kameraausrüstung sind wir nicht gerade im High-End-Bereich unterwegs.
Die frühen Werke wurden mit einer Sony DSC WX200 aufgenommen.

Die letzten Videos filmten wir mit:

  • einer Gopro Hero 3+ Black (kommt nicht so oft zum Einsatz, nur im Wasser oder bei nassen Passagen),
  • einer Phantom 3 Advanced (mit den Videos sind wir sehr zufrieden, die Bedienung ist auch OK),
  • selten mal mit den Handy (Samsung S5 Neo)
  • und den Rest (ich schätze 80%) der Aufnahmen machen wir (bisher) mit einer Sony DSC-HX60.
Mit der Sony sind wir angesichts des Preises sehr zufrieden.
Besonders gut ist der Stabilisator. In Kombination mit der anschließenden Software-Stabilisierung ist das Ergebnis für die oft schaukeligen Aufnahmen an Bord durchaus zufriedenstellend.

Was uns an der Sony nicht gefällt, ist das etwas "matschige" Bild, wenn gezoomt wird. Aber was kann man in der Preisliga bei einem optischen 30x Zoom mehr erwarten?
Auch Aufnahmen bei Dämmerung oder Nacht sind mit dieser Kompaktkamera eher schwierig.

Was wir bei so einer kleinen und leichten Kamera empfehlen können, ist ein Griff. Etwa sowas hier:
https://www.amazon.de/Racksoy-Handgriff-Stabilisator-Gewinde-Schraubenloch/dp/B075JGY7CL
Damit wurden die Aufnahmen bei uns spürbar weniger wackelig.

Wir haben zur Saisonmitte 2018 (in Oulu erfolgte der Wechsel) etwas aufgerüstet und eine Panasonic FZ1000 angeschafft.
https://www.dkamera.de/testbericht/panasonic-lumix-dmc-fz1000/

Insbesondere erhoffen wir uns davon mehr Schärfe und bessere Aufnahmen bei wenig Licht.
Wir haben aber noch kein Video davon geschnitten. Ostsee Teil 8 ist das letzte Video mit der alten Sony, Teil 9 ist dann mit der Panasonic entstanden.
So richtig beurteilen können wir die Qualität erst, wenn wir die Kameraclips auch verarbeitet haben. Daher können wir aktuell noch kein abschließendes Urteil zur FZ 1000 abgeben.

Update zur Panasonic FZ1000:
Inzwischen haben wir den ersten Film mit Material der FZ1000 geschnitten (Ostsee Teil 9). Unsere anfängliche Begeisterung war nicht übertrieben.
Im Vergleich zur Sony (zugegebenermaßen ein unfairer Kampf) sind die Videoaufnahmen wirklich deutlich schärfer. Auch die Farben sind intensiver, wobei sich das durch Anpassung im Schnittprogramm auch bisher gut korrigieren ließ. Wir sind mit der Anschaffung jedenfalls sehr zufrieden.

Der Traum vom Fliegen

Die Frage nach unserer fliegenden Kamera ist die, die am häufigsten gestellt wird.

Wir fliegen eine Phantom 3 Advanced. Aufnahmen davon finden sich zuhauf in unseren Videos. Die Aufnahmequalität kann also jeder selbst beurteilen, wir sind jedenfalls sehr zufrieden damit.

Stärken der Phantom 3A:

  • große Füße zum Starten/Auffangen vom Boot aus (ich empfehle immer Starten/Landen aus der Hand, Sonnenbrille oder besser noch Schutzbrille für die Augen nicht vergessen)
  • fliegt sehr stabil auch bei etwas mehr Wind (4-5 Bft sind noch OK) wenn sie GPS-Empfang hat (was manchmal etwas dauert)
  • macht nach unserem Empfinden gute Videos
Schwächen der Phantom 3A:
  • relativ groß beim Transport
  • lauter als aktuelle kleinere Modelle
  • keine 4K-Kamera (aber das wäre uns auch nicht so wichtig)

Die Drohne haben wir mit Kamera gekauft (und Rucksack), und das würden wir auch empfehlen. Denn neben Drohne und Kamera gibt es noch ein drittes wichtiges Gerät: den Gimbal, also die elektronisch stabilisierte Kameraaufhängung.
Ohne Gimbal sind die Bewegungen und Wackler der Drohne direkt auf dem Video zu sehen, was wir sehr störend finden.

Wenn man möglichst einfach gute Videos haben möchte, würden wir immer zu einer fertigen Kombination aus Drohne-Gimbal-Kamera raten.
Und wenn der Preis eine Rolle spielt (das Verlustrisiko bei Flügen über Wasser ist nicht zu verachten) würden wir vielleicht sogar zu einem nicht ganz aktuellen Modell greifen oder ein gebrauchtes Gerät kaufen.

Bevor es aufs Wasser geht, sollte man an Land viel viel üben. Die Bedienung ist nicht direkt kompliziert, aber so ganz selbsterklärend ist sie auch nicht.
Nach den Land-Übungen erst mal vor Anker fliegen. Dann unter Motor in Fahrt. Und erst dann während des Segelns, vielleicht auch nicht gleich unter Vollzeug.

Wir haben schon so viele Youtube-Videos gesehen, in denen die Drohne verloren/kaputt geht und wir glauben, dass das häufig daran liegt, weil viele nach 1-2 Übungsflügen an Land gleich bei 4 Beaufort die schönsten Segel-Clips aufnehmen wollen. Am besten auch noch Einhand unter Spinnaker...

Wenn man dann über Wasser fliegt, den Akku ständig im Blick halten. Unsere fängt bei ca. 25% selbständig an zu landen - senkrecht nach unten. Das ist über Wasser natürlich wenig hilfreich.
Wir haben uns immer als Ziel gesetzt, bei 50% die Drohne schon in Schiffsnähe zu haben. Spätestens bei 40% landen wir.

Moderne Geräte haben manchmal (eher häufig) Kollisionssensoren.
Eigentlich ist das gut gemeint, aber das hat zur Folge, dass die Copter sich dem Schiff nicht mehr genügend nähern, weil sie Wanten oder andere Gegenstände orten und einen Zusammenstoß verhindern wollen.
Zum Landen muss man sie aber fast auf jedem Boot nahe an irgendwelchen Leinen, Drähte etc. heran fliegen.
Die Sensoren kann man meist deaktivieren (Sport-Modus heißt das oft).

Die Drohne fangen wir immer, wie man im Abspann von Ostsee-Teil 3 gut sehen kann:
https://youtu.be/Kap1IY_77pY?t=3648

In Fahrt steuert Mareike Müggele, während Philipp die Drohne seitlich ans Cockpit fliegt. Dann übernimmt Philipp für ein paar Sekunden die Pinne (mit den Beinen) während Mareike die Drohne schnappt, wenn sie nahe genug ist.
Ein wenig Anspannung ist schon immer dabei, aber bisher hat es noch immer gut geklappt. Wie wir später in der Saison 2018 feststellen mussten, ist das Landen auf Stegen wesentlich gefährlicher (für die Drohne) als das Fangen in der Luft.

Wir würden zur Sicherheit eine Brille empfehlen. Die Hände würde die Drohne vermutlich nicht ernsthaft verletzen (je nach Modell?), aber die Augen könnten schon in Mitleidenschaft gezogen werden, befürchten wir.
Auch das Starten würden wir von Hand empfehlen. Einer hält sie außerbords und der andere drückt beide Hebel (Steigung und Vorwärtsflug) beherzt nach vorne (natürlich immer vergewissern, dass die Drohne weg vom Boot zeigt).
Das sieht etwas rabiat aus, aber so bekommt man sie sofort aus der Gefahrenzone (Seezaun, Rigg, Wellen etc.). Einen Start vom Vordeck oder von Solarplatten oder ähnlichen Aufbauten würden wir nicht empfehlen.

Hilfreich ist es, die Drohne (nicht wie im genannten Abspann) mit der Rückseite zum Boot zu fliegen.
So entspricht die Hebelrichtung der Fernbedienung auch direkt der Flugrichtung. Sollte es brenzlig werden, muss man nicht auf „spiegelverkehrt“ umdenken. Man hat dann eben keine Aufnahmen der Landung, auf denen das Boot zu sehen ist :-)

Hier ist ein Video eines norwegischen Seglers, auf dem er Start und Landung vorführt und erklärt:
https://www.youtube.com/watch?v=eYu7_p04oCo

Für das Ausland gelten natürlich andere Regeln als in Deutschland.
Wo ihr fliegen dürft und was für Regeln dabei gelten, kann bei https://my-road.de nachgelesen werden.
Manche Länder bieten Apps an, mit denen man sich Flugverbotszonen etc. anzeigen lassen kann. Sehr praktisch.

Meist darf auch in Naturschutzgebieten, Vogelschutzgebieten, Nationalparks und ähnlichen Einrichtungen nicht geflogen werden. Militärgebiete sind natürlich ebenso zu meiden wie Flughäfen (das kann RICHTIG teuer werden - die Gefahr für andere Menschen mal ganz außen vor gelassen).

Und vergesst nicht zu prüfen, ob eure Privathaftpflichtversichrung Drohnen einschließt. Viele Gesellschaften machen das, aber nicht alle. Prüft auch, ob ihr den aktuelle Tarif eures Anbieters habt. Viele ältere Versicherungsbedingungen sehen keine Fluggeräte vor. Oft hilft schon ein Telefonat mit dem jeweiligen Anbieter und eine Neuordnung des Vertrags.
Zum Beispiel die Privathaftpflicht der Interrisk umfasst die meisten privat genutzten Drohnen.

Solltet ihr die Aufnahmen gewerblich nutzen, ist in vielen Ländern ein wesentlich größerer Aufwand zu betreiben. Eine eigene Haftpflicht wird dann ebenfalls nötig (sagt ja bereits der Name PRIVAThaftpflichtversicherung).
Eine gewerbliche Nutzung ist unseres Erachtens bereits gegeben, wenn z.B. mit einem Blog Werbeeinnahme erzielt werden, wenn bei einem Reisevortrag eine Gage bezahlt wird, oder wenn auf einem YouTube Kanal durch Werbung Geld fließt (das ist unsere Laien-Einschätzung).

Nehmt bitte Rücksicht auf andere Menschen.
Viele fühlen sich durch die Copter ausspioniert oder belästigt. Mangelnde Rücksicht könnte letztendlich zu weiteren Verboten führen, was wir sehr schade fänden.

Viel Spaß und Erfolg beim Fliegen. Und vergesst bitte nicht, uns an den besten Aufnahmen und Erfahrungen teilhaben zu lassen.

 
 
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